Die orthodox-altkatholische Zusammenarbeit wird fortgesetzt

Vom 20. bis 23. Oktober 2026 waren Erzbischof Bernd Wallet von Utrecht und Bischof Harald Rein aus der Schweiz zu Besuch im Phanar, dem Hauptquartier des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul. Sie wurden von Seiner Allheiligkeit Bartholomäus anlässlich seines 35-jährigen Thronjubiläums empfangen und sprachen über die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Erzbischof Bernd würdigte das Engagement des Patriarchen für die Einheit der Christen, für die Bewahrung der Schöpfung und für die orthodox-altkatholischen Beziehungen.

Der gemeinsame Dialog beider Kirchenfamilien wurde bereits 1987 mit einer Reihe von Konsenstexten abgeschlossen. Die angestrebte Kirchengemeinschaft kam jedoch nicht zustande.

Auf Anregung des Patriarchen und der IBK wurde eine (Ständige) Orthodox-altkatholische internationale Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Kontakte weiter zu pflegen und sich über die weiteren Entwicklungen in jeder Kirchenfamilie jährlich auszutauschen.

Die Orthodox-altkatholische Arbeitsgruppe (OAGG) konstituierte sich ab 2004. Ab 2009 sind Metropolit Professor Dr. Kyrillos Katerelos und Bischof Dr. Harald Rein Co-Vorsitzende der OAGG.

Die OAGG tagte das letzte Mal im März 2018 in Bern. Nach einer Unterbrechung, bedingt durch die Corona-Pandemie und den Rücktritt von Bischof Dr. Matthias Ring, der Harald Rein als Co-Vorsitzender ablösen sollte, wird sie voraussichtlich im Herbst 2027 in Amersfoort und Utrecht wieder zusammenkommen.

Nun haben das Patriarchat und die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz beschlossen, die Arbeit fortzusetzen. Beide Kirchen sind sich nach wie vor aufgrund ihrer altkirchlichen Ortskirchen-Ekklesiologie und ihrer Synodalität am nächsten, auch wenn unterschiedliche Entwicklungen in unseren Kirchen die weitere Zusammenarbeit vor Herausforderungen stellen.

Als neuer Sekretär ist Diakon Oecumenius Amanatidis vorgesehen, der im Patriarchat in der Ökumene-Abteilung leitend tätig ist. Die beiden Co-Vorsitzenden wurden gebeten, ihre Aufgabe fortzuführen.

Beim nächsten Treffen soll erörtert werden, welche aktuelle Bedeutung die Konzilsdokumente des Heiligen und Großen Konzils von Kreta 2016 für die gegenseitigen Beziehungen haben.

Während der Jubiläumsfeierlichkeiten konnten Erzbischof Bernd und Bischof Harald zudem viele orthodoxe Bischöfe treffen. Von anglikanischer Seite war Bischof Graham Usher von Norwich zu Gast, der bis vor kurzem Mitglied der Orthodox-Anglikanischen Dialogkommission war und aktuell in der Kirche von England federführend für ökologische Themen (Bewahrung der Schöpfung) ist.