Ein neues „Wir“ – Kirchengemeinschaft mit der Kirche von Schweden

Am Mittwoch, 23. November wurde die Kirchengemeinschaft zwischen den Kirchen der Utrechter Union und der Kirche von Schweden in der Kathedrale in Uppsala feierlich besiegelt. Ein Prozess des Dialogs und der Entscheidungsfindung, der schon 2003 begann, wurde damit beendet. Eine Zukunft der Zusammenarbeit und der Vertiefung unserer Beziehungen fängt jetzt an.

Eine Delegation der Kirchen der Utrechter Union, bestehend aus Erzbischof Joris Vercammen und den ehemalige Dialogteilnehmern Harald Münch und Peter Feenstra, reiste schon am Montag, den 21. November nach Uppsala. Das kirchliche Büro der evangelisch-lutherischen Kirche von Schweden hatte ein reichhaltiges Programm für uns vorbereitet. Bald nach unserer Ankunft besuchten wir die schwedische Generalsynode, die gerade tagte. Antje Jackelén, die Erzbischöfin von Uppsala, sprach ein Willkommenswort aus und Erzbischof Joris ein Grusswort. Die kommenden Tage waren vor allem von intensiven und anregenden Begegnungen geprägt. So führten wir Gespräche mit der Präsidentin der Jugendorganisation, mit der Ökumenebeauftragten, mit dem Bischof, der für die Kontakte mit den altkatholischen Kirchen zuständig ist, mit einer Gruppe junger Theolog(inn)en und mit der Leiterin der Abteilung für Mission und Diakonat. Ausserdem besuchten wir das Grab von Dag Hammarskjöld  (1905-1961, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreisträger und Mystiker) und bekamen eine ausführliche Führung in der Domkirche, wo wir auch die Schatzkammer bewundern durften.

Am Mittwoch wurde der Prozess des Dialogs besiegelt durch das Unterschreiben einer Vereinbarung durch Erzbischöfin Jackélen. Ein bewegender Moment, der einen spontanen Applaus hervorrief.  Bischof Johann Dalman (selber ein ehemaliges Mitglied der Dialogkommission) betonte in seiner Predigt, wie wichtig es ist, dass Menschen, vor allem Christen, entdecken, was sie gemeinsam haben und dadurch ein neues „Wir“ finden.

Zum Abendessen im Erzbischöflichen Haus waren alle ehemaligen Delegierten der Dialogkommission zusammen mit diversen leitenden Personen der Kirche von Schweden eingeladen.  Emeritus Bischof Jonas Jonson erinnerte an Nathan Söderblum, der viele Jahre in jenem Haus gewohnt hatte. Er war ein Vorreiter der ökumenischen Bewegung und erkannte sich stark in den Altkatholiken, weil sie einen evangelischen Katholizismus verkörperten, der seinem Kirchenideal entsprach.

Nach dieser Besiegelung fängt eine neue Phase in unserer Beziehung mit der Kirche von Schweden an. Möglichkeiten gibt es trotz der Entfernungen viele. Wir können vieles voneinander lernen, einander einladen, zusammenarbeiten und einander inspirieren.

 

Peter Feenstra

 

Fotos © Magnus Aronson:

1. Joel Ingmarsson, Assistent der Erzbischöfin von Uppsala; Elise Bertilson, Assistentin des Bischofs von Strängnäs; Johan Dalman, Bischof von Strängnäs; Peter Feenstra, Pfarrer in Magden (CH), Co-Sekretär der ehemaligen Dialogkommission; Joris Vercammen, Erzbischof von Utrecht; Antje Jackelén, Erzbischöfin von Uppsala; Jenny Sjögreen, Leitende Ökumenebeauftragte; Harald Münch, Pfarrer von IJmuiden (NL), Mitglied der ehemaligen Dialogkommission; Annica Anderbrant, Dekanin von Uppsala

2. Empfang in der Erzbischöflichen Residenz in Uppsala