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Communiqué der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) anlässlich ihrer Sitzung 2014 in Wislikofen /Schweiz

Vom 31. März bis am 3. April 2014 tagte die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz im Tagungshaus der Propstei Wislikofen in der Schweiz.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen die drei abgeschlossenen Dialoge mit der Altkatholischen Kirche der Mariaviten in Polen, mit der Kirche von Schweden und mit der Mar Thoma Syrian Church in Indien, sowie der im September stattfindende Internationale Altkatholikenkongress mit der 125-Jahr Feier der Utrechter Union in Utrecht.

Nach internen Beratungen und einem gemeinsamen Gespräch mit den Bischöfen L. Jablonski (Leitender Bischof)und Bischof W. Jaworski stimmten die Mitglieder der Internationalen Bischofskonferenz einer Wiederaufnahme der Altkatholischen Kirche der Mariaviten in Polen in die Utrechter Union zu. (vgl. separates Communiqué). Im Vorfeld der Abstimmung gab der Leitende Bischof der Mariaviten vor den versammelten Bischöfen eine Erklärung ab, in der er sich mit allen gestellten Anforderungen einverstanden erklärte. Nachdem so die Diskussionspunkte aus dem Weg geräumt waren, unterzeichneten die Bischöfe der IBK und die beiden anwesenden Bischöfe der Altkatholischen Kirche der Mariaviten die bereits veröffentlichte Vereinbarung. Die Unterzeichnung der Utrechter Erklärung und des Status der Bischofskonferenz wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, wenn auch die anderen mariavitischen Bischöfe die Vereinbarung unterschrieben haben.

Die Bischöfe studierten ebenfalls den Abschlusstext des Dialogs mit der Kirche von Schweden, der jetzt auch in deutscher Übersetzung vorliegt. Die Dialogkommission kam zum Schluss, dass beide Kirchen nicht nur in vergleichbaren gesellschaftlichen und sozialen Situationen leben, sondern dass auch in der Theologie und im praktischen kirchlichen Leben grosse Gemeinsamkeiten bestehen. Sie sprach deshalb die Empfehlung aus, dass eine ausreichende Basis besteht, um kirchliche Gemeinschaft festzustellen und diese auch in die Praxis umzusetzen. Der Rezeptionsprozess in den verschiedenen Kirchen und internationalen Gremien hat nun begonnen. 2016 werden die Beschlüsse der Kirche von Schweden und der Altkatholischen Bischofskonferenz über die Annahme des Dialogtextes erwartet.

Im Februar 2014 ist auch die Kommission für den Dialog zwischen den Altkatholischen Kirchen der Utrechter Union und der Mar Thoma Syrian Church zum Schluss gekommen, dass die beiden Kirchen denselben Glauben teilen, der auch der Glaube der Alten Kirche ist. Die Bischofskonferenz hat deshalb aufgrund der Empfehlungen der Kommission erklärt, dass genügend Grund dafür gegeben sei, den Kreis von Kirchen, mit welchen die Utrechter Union in kirchlicher Gemeinschaft steht, um die Mar Thoma Syrian Church zu erweitern. Der Rezeptionsprozess wird nun in den verschiedenen Kirchen eingeleitet. Die Bischofskonferenz erwartet, an ihrer nächsten Sitzung 2015 definitiv darüber entscheiden zu können. [Erklärung]

Im Bezug auf die sogenannten ‚altkatholischen‘ Gruppen in den USA, die immer wieder den Kontakt zur Utrechter Union suchen, hat die Bischofskonferenz beschlossen, dass sämtliche Aktivitäten grundsätzlich eingestellt werden. Anfragen werden an die Episcopal Church, mit denen die Kirchen der Utrechter Union in Gemeinschaft stehen, bzw. an den zuständigen Bischof, M. Klusmeyer, weiterverwiesen werden. Die Kirchen der Utrechter Union haben keinerlei Absicht, in den USA Jurisdiktionen zu errichten.

Besonderes Augenmerk richtete die Bischofskonferenz auch auf das Projekt ‚Katholizität und Globalisierung‘, das auf eine gemeinsame Initiative der Altkatholischen Kirchen der Utrechter Union, der Philippinischen Unabhängigen Kirche, der Mar Thoma Syrian Church und der Episcopal Church zurückgeht und in der Zwischenzeit in die Projekte des Weltkirchenrates aufgenommen worden ist. Für 2015 ist eine weitere Konsultation in Manila mit ca. 60 Teilnehmern geplant. Die Konsultation ist Teil des ökumenischen Prozesses ‚Pilgerreise zu Gerechtigkeit und Frieden‘.

Weiter informierte sich die Bischofskonferenz über den Stand der Organisation des Internationalen Altkatholikenkongresses, der vom 18. Bis 21. September diesen Jahres in Utrecht stattfinden wird und bei dem Glaubensgeschwister aus allen Bistümern der Utrechter Union zum Gedankenaustausch erwartet werden. Verbunden damit ist auch die Feier des 125jährigen Bestehens der Utrechter Union, die mit internationalen Gästen aus der kirchlichen Welt mit einem grossen Festgottesdienst begangen wird. (www.okcongres2014.com)

Während der Tage vor dem Kongress wird zusätzlich eine Sondersitzung der Bischofskonferenz stattfinden, an die unter anderem auch Bischöfe der Unabhängigen Philippinischen Kirche und der Mar Thoma Syrian Church eingeladen sind. Ziel der Sonderkonferenz wird die Erarbeitung einer gemeinsamen Stellungnahme zum Papier des Weltkirchenrates ‚Die Kirche: auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision‘ sein.

Die nächste ordentliche Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz wird vom 14. bis 18. Juni 2015 in Tschechien stattfinden.

 

Amersfoort/Bern April 2014

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