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Orthodox-Altkatholische Arbeitsgruppe wird vom Ökumenischen Patriarchen empfangen

Communiqué

Die vom Ökumenischen Patriarchat Konstantinopel und der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz eingesetzte Orthodox-Altkatholische Arbeitsgruppe versammelte sich vom 20. – 23 November 2011 in Istanbul zu einer ordentlichen Sitzung. Sie wurde zunächst im Phanar, dem Sitz des Patriarchen, von S.H. Bartholomaios empfangen, der sich mit deutlichen Worten für die Fortsetzung des Dialogs und die Stärkung der alten bilateralen Beziehungen aussprach. Auf orthodoxer Seite war erstmals der Bischof von Avydos, Prof. Kyrillos Katerelos (Athen), als neuer Ko-Präsident zugegen; er folgt in dieser Eigenschaft auf den kürzlich verstorbenen Metropoliten von Austria, Dr. Michael Staikos, und leitet zusammen mit dem Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, Dr. Harald Rein (Bern), die gemischte Arbeitsgruppe. Diese nahm am folgenden Tag an der Patriarchal-Synodalen Liturgie zum Fest des Eingangs der Gottesmutter in den Tempel teil; zur altkatholischen Seite war unterdessen auch der Erzbischof von Utrecht und Vorsitzende der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz, Dr. Joris Vercammen, gestossen.

Die Arbeitssitzung im engeren Sinn konnte dann am nächsten Tag im Dreifaltigkeitskloster auf der Insel Chalki stattfinden, wo sich auch die seit 1971 von den türkischen Behörden geschlossene theologische Hochschule des Patriarchats befindet und wo der Abt und zugleich Metropolit von Proussa, Prof. Elpidophoros Lambridianis, die Gäste willkommen hiess.

Zunächst evaluierte die Arbeitsgruppe die beiden von ihr im Jahr 2011 initiierten Projekte: das gemeinsame Seminar des Departements für Christkatholische Theologie der Universität Bern und des Instituts für Postdiplomstudien des orthodoxen Zentrums des Ökumenischen Patriarchates mit jungen altkatholischen und orthodoxen Theologen und Theologinnen in Chambésy/GE im April 2011 sowie die ökumenische Studienreise von Altkatholiken zur Orthodoxen Kirche von Kreta und der dortigen Akademie in Kolymbari im September 2011 zum besseren Kennenlernen einer Orthodoxen Kirche vor Ort.

Sodann legte die sechsköpfige Arbeitsgruppe ihr nächstes Projekt fest. Sie will bestimmte Anliegen von drei neueren Dokumenten aufgreifen und damit einen orthodox-altkatholischen Beitrag unter dem Titel „Eine christliche Vision für ein soldarisches menschenwürdiges Europa“ erarbeiten; es sind dies a) die „Charta Oecumenica“ von 2001, b) der „Beitrag der Orthodoxen Kirche zur Verwirklichung des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Brüderlichkeit und der Liebe zwischen den Völkern sowie zur Beseitigung der Rassen- und anderen Diskriminierungen“ der 3. Vorkonziliaren Panorthodoxen Konferenz von1986 und c) die – von Vertretern der Altkatholischen Kirche, der amerikanischen Episkopalkirche und der Unabhängigen Philippinischen Kirche erarbeiteten – Studie „Globalization and Catholicity“ von 2006-2008. Die Absicht ist zu zeigen, dass zur Bewältigung der aktuellen Probleme der Menschen die Kirchen in ökumenischer Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag leisten können. Erste Vorarbeiten übernehmen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Prof. Konstantinos Delikostantis (Athen) und Dozent Dr. Mattijs Ploeger (Utrecht) sowie Prof. Grigorios Larentzakis (Chania GR/Graz) und Prof. Urs von Arx (Bern).

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