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Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Hejnice/CZ 2008

Ein grosser Teil der diesjährigen Beratungen befasste sich mit der Ökumene und den bilateralen Beziehungen zu anderen Kirchen.

Am Anfang der Konferenz überbrachte Erzbischof Vercammen Grüsse vom schwer kranken Bischof von Haarlem, Bert Wirix. Die Bischofskonferenz gedachte seiner im Gebet und schickte einen Blumengruss an den Mitbruder. Bischof Wirix verstarb einen Tag nach dem Abschluss der Konferenz in seinem Heim in Haarlem.

 

Es wurden ebenfalls verschiedene Verantwortlichkeiten der Bischöfe neu geregelt. Bischof Müller (CH) übernimmt rückwirkend auf den 1. Januar die Betreuung der Altkatholischen Gemeinden in Italien. Er ist auch verantwortlich für die Gemeinden in Frankreich und den Kontakt zu den altkatholischen Hilfswerken.

Bischof Vobbe (D) übernimmt ebenfalls rückwirkend auf den 1. Januar den Kontakt zur Anglikanischen Kirchengemeinschaft.

Bischof Heitz bleibt trotz seiner Emeritierung für weitere zwei Jahre Delegat der Bischofskonferenz für Kroatien und Bosnien.

Die Betreuung der Gemeinden in Skandinavien ist gegenwärtig noch nicht geregelt.

 

Intensiv wurde an der Erstellung eines ökumenischen Direktoriums gearbeitet. Es soll zum Ziel haben, Leitlinien für den Dialog mit anderen Kirchen aufzustellen. In welchen theologischen Fragen gibt es einen Spielraum, welche Standpunkte sind unaufgebbar? Dabei wurde deutlich, dass das altkatholische Amtsverständnis und die Ekklesiologie keine verhandelbaren Grössen sind.

 

Die Idee eines Forums von Bischöfen synodal-katholischer Kirche soll weiter verfolgt werden. An der Lambethkonferenz soll ein erstes Treffen mit Vertretern der interessierten Kirchen stattfinden, um die Gedanken weiter zu entwickeln. Weiter soll auch eine internationale Konferenz ins Auge gefasst werden, die sich mit synodal-katholischen Kirchenstrukturen befassen soll. Die interessante Initiative wird auch von der Abteilung Faith and Order des WCC mit Aufmerksamkeit verfolgt.

 

Die römisch-katholisch - altkatholische Dialogkommission arbeitet an einem umfangreichen Schlusspapier. Die Arbeit ist aber noch nicht abgeschlossen.

 

Mit den polnischen Mariaviten, die eine Wiederaufnahme in die Utrechter Union anstreben, wurden erste Gespräche geführt. Es gibt aber noch einige theologische und strukturelle Fragen zu diskutieren. Die Bischofskonferenz brachte unter anderem klar zum Ausdruck, dass das Ziel in einem Zusammenwachsen der Mariaviten und der Polnisch Katholischen Kirche, die ja Mitglied der Utrechter Union ist, bestehen muss. Eine Abweichung vom ekklesiologischen Prinzip einer einzigen altkatholischen Kirche im gleichen Territorium kann nicht akzeptiert werden. Im jetzigen Zeitpunkt wird aber nicht eine kurzfristige Fusion der beiden Kirchen angestrebt, sondern eine gemeinsame Zukunft vorbereitet. Die Gespräche werden unter dieser Voraussetzung weitergeführt.

 

Im Dialog mit der Kirche von Schweden wird das Porvoo-Dokument als Grundlage für die weiteren Gespräche verwendet. Dem hat die Bischofskonferenz zugestimmt. Zugleich hat Sie Bischof Okoro (A) das Co-Präsidium der Kommission übertragen. Er übernimmt diese Aufgabe von Bischof Wirix (NL).

 

Seit 2005 hat die Bischofskonferenz zusammen mit der Episcopal Church versucht, Gruppierungen in den USA, die sich selbst altkatholische nennen und die als ernsthafte Bewegungen zu betrachten sind dazu zu bewegen, untereinander zusammenzuarbeiten. Der Versuch muss in der Zwischenzeit als gescheitert betrachtet werden, da sich Zusammenschlüsse immer wieder auflösen und neue gebildet werden. Die Bischofskonferenz hat deshalb beschlossen, sich ganz aus dieser Szene zurückzuziehen und Anfragen von sogenannt altkatholischen Bewegungen aus Nordamerika um eine Mitgliedschaft in der UU an die Episcopal Church zu verweisen.  

 

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Europäischen Versammlung in Sibiu lagen verschiedene Berichte vor. Diese und die Resultate wurden von der Bischofskonferenz ausführlich diskutiert. Dabei wurde vor allem auch eine grosse Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. Aus der intensiven Vorarbeit wurde an der Versammlung wenig aufgenommen und für die Mitarbeit der Teilnehmer blieb zu wenig Zeit. Es wurde die Frage nach dem Sinn solcher Veranstaltungen gefragt. Die Bischofskonferenz gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Empfehlungen wenigstens in verschiedenen anderen Foren und in den Kirchen prioritär behandelt werden.

 

Die nächste Sitzung der Bischofskonferenz wird im Februar 2009 stattfinden.

Amersfoort und Bern, März 2008 

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