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Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Wislikofen/CH 2007

Auch an der diesjährigen Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz der Utrechter Union (IBK) machten die ökumenischen Ziele und die Beziehungen zu anderen Kirchen einen wichtigen Teil der viertägigen Beratungen aus. Aufgrund verschiedener Entwicklungen sieht sich die Utrechter Union herausgefordert, ihre ökumenische Rolle zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Die Bischofskonferenz hat einen Theologen damit beauftragt, eine Gesamtvision zu formulieren, welche die grundsätzlichen Orientierungspunkte in konkrete Richtlinien fassen soll. Der von der IBK diskutierte Entwurf warf dabei folgende Fragen auf:

-          Wie kann die ökumenische Berufung im Licht der altkatholischen Geschichte und im Hinblick auf die heutige kirchliche Situation gesehen werden?

-          Wo sollen angesichts der beschränkten Möglichkeiten die Schwerpunkte gesetzt werden?

-          Was betrachten wir als unsere wichtigste ökumenische Aufgabe?

Die Bischofskonferenz will sich mit diesen Fragen an der nächsten Sitzung ausführlich befassen.

 

Von der im letzten Jahr von der IBK unter Bedingungen in die Utrechter Union aufgenommenen Old Catholic Church of British Columbia waren Bischof LaPlante und ein Berater anwesend. Der Bericht über die Tätigkeit, die gelebte Frömmigkeit und die nachfolgende Diskussion über die theologischen Grundlagen dieser Kirche warfen grosse Zweifel auf, ob ein gemeinsamer Weg tatsächlich möglich sei. Nach intensiven internen Gesprächen kam die Bischofskonferenz zum Schluss, dass sie ihre Entscheidung zur probeweisen Aufnahme der Old Catholic Church of British Columbia vom letzten Jahr revidieren muss. Sie gestand gegenüber Bischof LaPlante ein, einen Fehler in der Einschätzung einer möglichen gemeinsamen altkatholischen Identität gemacht zu haben und erklärte ihm, dass der Weg zur Einbeziehung seiner Kirche in eine grössere Gemeinschaft nicht über die Utrechter Union führen könne. Erzbischof Vercammen will sich nun dafür einsetzen, dass die Old Catholic Church of British Columbia vielleicht in der Anglikanischen Kirche vor Ort eine kirchliche Heimat finden kann.

Aufgrund der gemachten Erfahrung zog die Bischofskonferenz auch den Schluss, dass die von ihr ausgearbeiteten Richtlinien zur Aufnahme von Kirchen in die Utrechter Union überarbeitet werden müssen.

 

Bischof Klusmeyer, Beauftragter der ECUSA für die Beziehung mit der Utrechter Union, berichtete über die Situation der Episcopal Church in Amerika die sich noch immer in einer internen und externen Zerreissprobe befindet. Sie hat zunehmend Probleme mit afrikanischen anglikanischen Kirchen, die in den USA parallele Kirchenstrukturen errichten und damit die diözesanen Grenzen verletzen. Die Bischofskonferenz hofft, dass eine Spaltung in der Anglican Communion vermieden werden kann. Eine solche Spaltung würde sich auch auf andere Kirchen negativ auswirken, weil sie die Glaubwürdigkeit des synodal-episkopalen Systems untergräbt.

 

Aufgrund verschiedener Gespräche entstand die Idee zu versuchen, eine Communio von unabhängigen synodal-episkopal verfassten Kirchen zu schaffen. Für den Anfang hat die Bischofskonferenz bei der Philippine Independent Church und bei der südindischen Mar Thoma Kirche vorgefühlt, ob sie sich für diese Idee erwärmen könnten. Im Falle von positiven Rückmeldungen wird eine gemeinsame Konsultation für den Herbst 2007 vorgesehen.

In der Kommission 'Katholizität und Globalisierung' befassen sich Theologen der Altkatholischen Kirche, der Philippine Independent Church und der ECUSA mit der Frage, was bedeutet Katholizität in einer globalisierten Welt?' Während einer Woche erarbeitete die Kommission ein Statement, dessen Text unter www.utrechter-union-org.. abrufbar ist. Die Arbeit der Kommission ist auf drei Jahre angelegt.

 

Der internationale Dialog mit der römisch-katholischen Kirche macht weiterhin Fortschritte und die Arbeit an einem Konsenspapier geht zügig voran.

Die Arbeit der altkatholisch-orthodoxen Gesprächsgruppe ist dagegen etwas ins Stocken geraten. Sie soll durch einen neuen Input der beiden Schirmherren in nächster Zukunft wieder in Gang gebracht werden.

Der Dialog mit der Kirche von Schweden bewegt sich noch zu sehr an der Oberfläche. Die Kommission wird beauftragt, die wichtigen theologischen Fragen zur Ekklesiologie und zum Amtsverständnis anzugehen.

 

Im Schwerpunktthema hat sich die Bischofskonferenz mit der Spiritualität befasst. Im Mittelpunkt stand ein Erfahrungsaustausch im Hinblick auf die Entwicklungen der letzten Jahre und die Suche nach den wichtigen Ansätzen einer möglichen altkatholischen Spiritualität.

 

Die nächste Sitzung der Bischofskonferenz wird vom24. bis 29. Februar 2008 in Tschechien stattfinden.

Amersfoort und Bern, 18. Februar 2007  

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