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Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Doorn/NL 2005

Die Altkatholischen Bischöfe der Utrechter Union trafen sich vom 19. bis 24. Juni in Doorn/ NL zu ihrer jährlichen Sitzung. Als Gäste konnten der Beauftragte des Erzbischofs von Canterbury für die Utrechter Union, Bischof Jonathan Gledhill aus Lichfield und der Beauftragte der ECUSA für die Utrechter Union, Bischof Mike Klusmeyer aus West Virginia (USA) begrüsst werden. Sie vertreten die Anglican Communion als ständige Beobachter bei der IBK.

 

Die Bischöfe befassten sich unter anderem mit den verschiedenen Dialogen und den Kontakten zu anderen Kirchen.

Der Bericht der Internationalen Römisch-katholisch - Altkatholischen Dialogkommission wurde mit Befriedigung entgegengenommen. Es ist damit zu rechnen, dass ein gemeinsames Papier über die Stellung des Primates im Verlauf des nächsten Jahres erwartet werden kann.

 

Auch die Orthodox - Atlkatholische Kommission arbeitet speditiv. An einer ersten Sitzung wurden die zu besprechenden Themen festgelegt. Es soll dabei vor allem um die Kontakte zu anderen Kirchen und um die Konsequenzen der von den Altkatholischen Kirchen eingeführten Ordination von Frauen gehen. Die nächste Sitzung wird im Herbst dieses Jahres stattfinden.

 

Mit der Kirche von Schweden wurde ein erstes Gespräch zur Vorbereitung eines möglichen Dialogs geführt. Die Kirche von Schweden vertritt eine stark katholische Theologie und ist mit anderen uns nahe stehenden Kirchen verbunden. Das Gespräch und die dabei herausgearbeiteten Themen haben ergeben, dass sich ein Dialog zwischen den beiden Kirchen lohnen würde.  Dazu soll nun eine offizielle Kommission beauftragt werden.

 

Das Mandat des Anglican - Old Catholic International Co-ordination Council wurde für weitere fünf Jahre verlängert. Er soll das Wachsen der Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchenfamilien und ihre Zusammenarbeit fördern und unterstützen. In der nächsten Zeit soll er sich vornehmlich mit ekklesiologischen Fragen beschäftigen. Die Altkatholischen Mitglieder der Kommission werden für die neue Arbeitsperiode neu zusammengestellt werden.

 

Da immer wieder Anfragen von sogenannt 'altkatholischen' Gruppierungen aus den USA eingehen, hat die IBK einen umfassenden Bericht über diese Gruppen veranlasst. Der an der Sitzung vorliegende Bericht hat allerdings weitere Fragen über die Art und die Grösse dieser Gruppen aufgeworfen, die weiterer Abklärungen bedürfen. Dabei ist Dr. Tom Ferguson von der Episcopal Church in den USA eine grosse Hilfe.

 

Weiter befasste sich die IBK auch mit der Gemeinde in Toronto, die sich von der PNCC getrennt hat. Sie wurde von mr. B. Maan besucht, der einen umfassenden Bericht vorlegte. Die Situation ist sehr unerfreulich, da die Gemeinde und einzelne Personen immer wieder von der PNCC gerichtlich verfolgt werden. Es wurde beschlossen, die Gemeinde als altkatholische Gemeinde, die zur Utrechter Union gehört zu anerkennen. Ein Bischof der IBK wird als zuständiger Delegat ernannt, die bischöflichen Aufgaben wird aber ein Bischof der Episcopal Church vor Ort übernehmen. Allerdings wird die IBK keine finanziellen oder rechtlichen Verpflichtungen für die Gemeinde übernehmen. Dies wurde der Gemeinde bereits im letzten Jahr so mitgeteilt und an der diesjährigen Sitzung aufgrund des Berichtes noch einmal bestätigt.

 

Im Rahmen des Schwerpunktthemas reflektierten die Bischöfe die ökumenische Aufgabe der altkatholischen Kirchen. Es soll ein Dokument über die ekklesiologische Vision erstellt werden, das sich mit der Strategie und der Zielsetzung dieser Vision beschäftigt und den altkatholischen Standpunkt in der Ökumene weiter ausarbeitet, damit die Kirchen der Utrechter Union die Rolle, zu der sie sich berufen fühlen, ausfüllen können. Im Papier sollen deshalb auch konkrete kurz- und mittelfristige Aufgaben formuliert werden. Das Dokument kann im nächsten Jahr erwartet werden.

 

Die Bischöfe befassten sich auch mit einem von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachten über die Ehe. Da das Papier eine ausführlichere Diskussion wünschbar erscheinen liess, wurde beschlossen, das Thema an der nächsten Sitzung als Schwerpunkt zu behandeln.

 

Die nächste Sitzung wird in der Schweiz stattfinden. Der Termin muss zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal abgeklärt werden.

Amersfoort und Bern, 28. Juni 2005 

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