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Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Mödling/A 2002

Die in der Utrechter Union vereinigten Bischöfe der altkatholischen Kirchen versammelten sich vom 23.-29. Juni in Mödling/A zu ihrer jährlichen Sitzung. Die Geschäfte wurden in einer ruhigen und ausgeglichenen Atmosphäre behandelt.

 

Die Bischöfe setzten sich während der Konferenz unter anderem mit dem Schwerpunktthema 'Leitung und Führung - Bischof sein in einer altkatholischen Kirche' auseinander. Dabei ging es vor allem darum, die eigenen Erfahrungen zu reflektieren und auszutauschen. Die Einleitungsreferate wurden von Bischof Vobbe und Prime Bischof Swantek gehalten. Obwohl die beiden Referate die unterschiedliche Situation in den USA und Europa zum Ausdruck brachten, wurden auch Gemeinsamkeiten deutlich. Der Bischof steht als erster Kommunikator der  Frohen Botschaft auf der einen Seite und als Leiter einer 'Organisation' auf der anderen Seite in einem schwierigen Spannungsfeld. Während das eine auf spirituelle Gemeinschaft ausgerichtet ist, verlangt die Führungsrolle die Übernahme von Verantwortung für Entscheidungen, die man manchmal allein tragen muss.

 

Weitere Themen waren die Kontakte zu anderen Kirchen, insbesondere zur Anglikanischen Kirche. Dabei wurde auch über mögliche Konsequenzen des Porvoo Agreements zwischen der Kirche von England und den lutherischen Kirchen von Skandinavien und den Baltischen Staaten gesprochen. Insbesondere die Teilnahme altkatholischer Bischöfe an anglikanischen Bischofsweihen, bei denen auch Vertreter der Porvookirchen mitwirken, wurde eingehend diskutiert und wird Thema weiterer Studien sein müssen.

In weiteren Gesprächen wurde über die Gestaltung der Feiern zum 75jährigen Bestehen des 'Bonn Agreement' gesprochen.

 

Im Bezug auf die Aufnahme eines Dialogs mit der Römisch-katholischen Kirche auf internationaler Ebene wurde über den Stand der Vorarbeiten berichtet. Im Herbst wird eine vorbereitende Kommission von Theologen und Theologinnen beider Kirchen zwecks Ausarbeitung einer Liste der zu behandelnden Themen zusammenkommen.

 

Wie jedes Jahr nahmen die Bischöfe auch die Berichte aus allen Mitgliedskirchen und den anderen von der IBK betreuten Gebieten, in denen altkatholische Gruppierungen existieren entgegen. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei dem Bericht über die Missionstätigkeit in der PNCC und den Ausführungen über den Gemeindeaufbau in Deutschland geschenkt. Weiter wurden auch die Berichte der von der IBK mit einer Aufgabe betrauten Theologen und Kommissionen zur Kenntnis genommen.

 

Da ein Teil der Wahlen ins Büro der IBK im letzten Jahr verschoben worden war, wurde dies jetzt nachgeholt. Dabei wurde der neue Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, Fritz-René Müller, zum Sekretär gewählt. Zusätzlich wurde Bischof Robert Nemkovich aus Chicago als stellvertretendes Mitglied gewählt. Er teilt sich den Sitz im Büro mit Bischof Wysoczanski aus Warschau.

 

Weiter wurden auch verschiedene andere Aufgaben neu verteilt. Bischof Bert Wirix aus den Niederlanden wurde zum neuen Verantwortlichen für die Kontakte zur Anglikanischen Kirche ernannt. Bischof Bernhard Heitz  aus Österreich wurde als Delegat der IBK für die Kirchen in der Slowakei und in Kroatien bestätigt, und Bischof Fritz-René Müller (CH) wird in Zukunft für die Altkatholiken in Frankreich zuständig sein.

 

Die nächste Sitzung der IBK wird vom 16. -22. November 2003 in Prag stattfinden.

Bern und Utrecht, den 12. Juli 2002

 

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