PDF PDF Print

Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Bendorf/D 2001

  

Vom 23. - 29. September versammelten sich die in der Utrechter Union vereinigten Bischöfe in Bendorf am Rhein/D zu ihrer jährlichen Sitzung. Wegen des Attentats in den USA am 11. September mussten die Bischöfe der PNCC leider von einer Teilnahme absehen, was von allen anwesenden Bischöfen bedauert wurde. Sie folgten damit dem Rat der amerikanischen Regierung, nicht nach Europa zu reisen. Sowohl der Opfer der Attentate wie der amerikanischen Schwesterkirche wurde in den Gebeten gedacht.

 

Schwerpunkt der Verhandlungen waren die Kontakte zur anglikanischen Kirche. Dazu war als Gast auch der Ökumenebeauftragte der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, The  Revd Canon David Hamid anwesend. Der Beauftragte der Anglikanischen Gemeinschaft für den Kontakt mit der Utrechter Union, Rt Revd Jonathan Gledhill, konnte nicht teilnehmen.

Ausführlich zur Sprache kamen der Bericht der anglikanisch-römischkatholischen Dialogkommission 'The Gift of Authority', das Povoo-Abkommen zwischen den anglikanischen Kirchen von England und Irland und den nordischen  und baltischen lutherischen Kirchen und der Bericht über den weiteren Dialog zwischen den anglikanischen und lutherischen Kirchen. Die IBK beschloss auch, den internationalen Dialog mit der römischkatholischen Kirche zu intensivieren und mit dem Einheitssekretariat in Rom möglichst schnell eine gemeinsame Traktandenliste zu erarbeiten.

Hinsichtlich der Rezeption des orthodox-altkatholischen Dialogs soll der eingeschlagene Weg weitergeführt werden. Priorität sollen dabei Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung im kirchlichen Leben haben.

Um dem ökumenischen Anliegen eine klarere Gestalt zu geben, wurde beschlossen, ein ökumenisches Direktorium zu erarbeiten. Ziel ist, die Referenzpunkte der ökumenischen Aufgaben der Utrechter Union zu überdenken.

 

Weiter wurden Richtlinien zur Anerkennung von Kirchen als Mitgliedkirchen der Utrechter Union und für Delegaten der IBK zur Betreuung von Gruppierungen oder Gemeinden, die ausserhalb einer Ortskirche der Utrechter Union bestehen verabschiedet.

 

Der Entscheid über die Weihe von P. Augustin Bacinsky zum Bischof der Altkatholischen Kirche in der Slowakei wurde verschoben. Die Kirche soll aber in ihrem Aufbauprozess weiter intensiv begleitet und unterstützt werden. Die IBK hofft, dass unter der Leitung von Pfr. Bacinsky als Bistumsbetreuer die slowakische Kirche zu einem starken Zweig am Baum der altkatholischen Kirchen wachsen kann. Eine neue Beurteilung der Situation wird für 2004 ins Auge gefasst.

 

Die Altkatholische Kirche der Niederlande informierte die IBK über die Ergebnisse der von ihr eingesetzten Arbeitsgruppe zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Die Bischöfe nahmen den Bericht zur Kenntnis diskutierten dieses Thema auf dem Hintergrund der sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Verhältnissen in den Kirchen der Utrechter Union.

 

An der diesjährigen Konferenz musste auch das Büro der IBK neu bestellt werden. Aufgrund des Rücktritts von Bischof Hans Gerny/CH und der anstehenden Bischofswahl in der Schweiz sowie der Abwesenheit der Bischöfe der PNCC wurde beschlossen, den Sitz des Sekretärs bis zur nächsten Bischofskonferenz vakant zu lassen. Beisitzer wurde Bischof Wiktor Wysoczanski/PL (bisher Quästor). Als neues Mitglied des Büros und gleichzeitig als Quästor wurde Bischof Joachim Vobbe/D gewählt.

 

Die nächste Sitzung der Bischofskonferenz wird Ende Juni 2002 in Österreich stattfinden.

 

 

 

Bern und Utrecht, 2. Oktober 2001

Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen | site design: Sync. Creatieve Producties