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Communiqué der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz in Breslau/PL 2000

 

            Vom 21. - 27. Mai 2000 versammelten sich in Breslau (Polen) die in der Utrechter Union vereinigten Bischöfe zu ihrer jährlichen Konfe­renz. Es standen vielerlei Themen auf der Traktandenliste.

            Das neue Statut der Utrechter Union konnte endgültig verabschiedet werden. Es tritt an die Stelle der Grundlagenpapiere von 1889, die bereits 1952 und 1974 überarbeitet worden waren. Die Utrechter Erklärung von 1889 bleibt selbstverständlich unangetastet. Damit ist die lange geplante Neustrukturierung der Utrechter Union zum Abschluss gekommen. Besonders sei auf das theologische Grundlagenpapier - die Präambel - hingewiesen. *)

            Ausführlich  befasste man sich mit den Spannungen, die innerhalb der Utrechter Union wegen der Frauenordination entstanden sind. Es wird mit aller Kraft daran gearbeitet, eine Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft zwischen allen Mitgliedkirchen zu erreichen. Es wird angestrebt, im Jahre 2003 wieder klare Verhältnisse zu haben. - Die Altkatholische Kirche in der Slowakei wurde in die Utrechter Union aufgenommen. Sie entstand, weil durch die Aufspaltung der Tschechoslowakei eine neue kirchliche Situation entstanden war. - Sorgen bereiten Spannungen inner halb der Polnisch-Katholischen Kirche von USA und Kanada.

Die von der Konferenz 1999 beschlossene "Stelle für Information und Kommunikation" wurde mit Frau lic.theol. Maja Weyermann (Bern/Schweiz) besetzt. Sie nimmt ihre Tätigkeit am 1. September 2000 auf. Die Kommunikation zwischen den altkatholischen Kirchen untereinander und den Ortskirchen mit der Bischofskonferenz soll damit verbessert werden.

Auf die engen Beziehungen zwischen der Utrechter Union und den Orthodoxen Kirchen sind wegen der Frauenordination schwere Schatten gefallen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde beschlossen (nach Absprache mit dem Patriarchat von Konstantinopel), die gemischte Kommission in reduzierter Form neu zusammenzustellen. Zudem soll die Vernehmlassung über den abgeschlossenen altkatholisch-orthodoxen Dialog möglichst rasch beendet und die Ergebnisse publiziert werden.

Die Erneuerung zwischen der Beziehungen zwischen der Römischkatholischen Kirche und der Utrechter Union waren ein wichtiges Thema. Man will neue Schritte zur Intensivierung der Kontakte unternehmen. An einem ökumenischen Gottesdienst der polnischen Kirchen, an dem auch drei römischkatholische Bischöfe teilnahmen, äusserte sich Erzbischof Glazemaker grundsätzlich zu altkatholischen Ökumenebestrebungen*). Mit Genugtuung stellte die Konferenz eine wesentliche Verbesserung der Beziehung zwischen der Polnischkatholischen Kirche und der Römischkatholischen Kirche fest.

Da Porvoo (ein Abkommen zwischen den Anglikanischen Kirchen von Grossbritannien und Irland und den Nordischen Lutherischen Kirchen)  bleibt Thema auf der Konferenz, da besonders enge Beziehungen zur Anglican Communion bestehen.

            Die IBK befasste sich auch mit der Entwicklung des Weltkirchenrates (WCC). Sie verfolgt die Entwicklung der Beziehungen zwischen Orthodoxie und  WCC mit grosser Sorge. Sie begrüsst, dass ein Mitglied der IBK der Sonderkommission angehört, die zur Behebung dieser Spannungen eingesetzt worden ist

Die IBK verabschiedete von Erzbischof Dr. h.c. Antonius Jan Glazemaker, der der Koneferenz seit 1982 vorgestanden hatte. Die nächste ordentliche Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofs­konferenz wird im September 2001 in Deutschland  stattfinden. Sie wird zum ersten Mal von Erzbischof Dr. Joris Vercammen präsidiert werden.

 

Utrecht und Bern, 29. Juli 2000

 

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