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Freundschaftsbesuch beim armenischen Katholikat von Kilikien und dem Regionalen Ökumenischen Rat des Mittleren Ostens

Auf Einladung seiner Heiligkeit Aram I. besuchte Bischof Dr. Harald Rein in Begleitung von Dr. Abel Manoukian (Sekretär des Schweizer Rates der Religionen und armenischer Geistlicher) und Prof. Dr. Urs von Arx (theologischer Berater) vom 17. bis 21. November den Libanon.

 

Neue Art des Dialogs

Beim zweimaligen Zusammentreffen mit Katholikos Aram I. an seinem Amtssitz in Antélias wurde über einen näheren Kontakt zwischen der Armenisch-apostolischen Kirche und den altkatholischen Kirche der Utrechter Union gesprochen. Bisher stand der Kontakt mit den östlich-orthodoxen (slawischen) Kirchen im Vordergrund. Durch Migration und Globalisierung gibt es nun auch Berührungspunkte mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen. Da es bereits viele theologische Texte durch bilaterale Dialoge (z.B. östlich-orthodox – altkatholisch, östlich-orthodox – orientalisch-orthodox, anglikanisch – östlich-orthodox, anglikanisch – orientalisch-orthodox usw.) gibt, wurde ein anderes und neues Vorgehen in Aussicht genommen: drei altkatholische und drei armenische Theologen/innen sollen aufgrund von Gesprächen Konsenstexte zu aktuellen ethischen Fragestellungen verfassen. Welche Themen das genau sein sollen, ist in einer Vorbereitungsgruppe noch festzulegen; ebenso ist dieses Projekt durch die entsprechenden Gremien, wie z.B. IBK, zu genehmigen.

Auch gab es Raum die beiden Kirchen einander vorzustellen. In dem Kontext hielt Prof. Dr. Urs von Arx einen Vortrag am Priesterseminar der armenischen Kirche in Bikfaya. Ferner betete ich in der Märtyrerkapelle für die Opfer des Genozids an den Armeniern, besuchte  das entsprechende Museum und ein ehemaliges Waisenhaus und nahm am Festgottesdienst anlässlich des 20jährigen Thronjubiläums von Katholikos Aram I. teil.

 

Den Kirchen vor Ort helfen

In meiner Funktion als Präsident der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Schweiz und im Auftrage unseres Hilfswerks Partner sein besuchte ich ebenfalls den Regionalen Ökumenischen Rat des Mittleren Ostens (The Middle East Council of Churches) in Beirut. Unsere Delegation wurde vom Direktor Tarek Adbel Sater und dem stellvertretenden Direktor Samer Lahan empfangen. Im Vordergrund stand die Frage, wie man den Christinnen und Christen im Libanon, in Syrien und im Irak am besten helfen kann. Die Antwort war deutlich: Durch konkrete Hilfe vor Ort und internationalen politischen Druck des Westens, damit die Christen bleiben können und nicht flüchten müssen. Leider haben das viele in Europa bis heute nicht begriffen. Es besteht die Gefahr, dass die Christen aus dem Mittleren Osten von den Muslimen verdrängt werden.

 

Bischof Harald Rein

 

Bild 1: © AmenianOrthodoxChurch.org ; Bischof Harald Rein, Katholikos Aram I, Prof. Urs von Arx

Bild 2: © Harald Rein; Besuch beim Ökumenischen Rat des Mittleren Ostens

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