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Internationale Altkatholische Theologenkonferenz sucht nach zukunftsfähigen Wegen der Glaubensvermittlung

Auf der 44. Internationalen Altkatholischen Theologenkonferenz diskutierten rund 40 altkatholische Theologinnen und Theologen aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Deutschland im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße über die Frage einer zukunftsfähigen Glaubensvermittlung und erweiterten ihren Blick in Workshops und durch Vorträge von Referenten und Referentinnen aus der eigenen Kirche und aus der Ökumene.

In ersten Workshops mit Robert Frede, Lothar Haag und Thomas Walter ging es um die Weitergabe des Glaubens durch "Seelsorge jenseits der Gemeinde". Die kategoriale Seelsorge in den Niederlanden, die Bischofs- und Citykirche Namen-Jesu-Kirche in Bonn und das Geistliche Zentrum Friedenskirche in Deggendorf wurden dabei vorgestellt. Ergänzt wurde dieser erste Angang an das Thema durch ein Referat von Mattjs Ploeger über die mit einer zukunftsfähigen Glaubensvermittlung zusammenhängenden Herausforderungen an die altkatholische Ekklesiologie.

In einer zweiten Einheit wurden Kirchenräume als Orte und Subjekte der Glaubensvermittlung in den Blick genommen. Florian Bosch stellte dabei die neu gebaute Apostelin-Junia-Kirche in Augsburg vor, Oliver Kaiser die 2011 eingeweihte Marie-Angélique-Arnauld-Kirche in Hannover und Remco Robinson die von der evangelisch-lutherischen Kirche übernommene und umgebaute altkatholische Kirche in Middelburg. Vertieft wurde diese Einheit durch ein Referat des Bonner Liturgiewissenschaftlers Albert Gerhards.

Des Weiteren wurde über neue Wege der Katechese nachgedacht. Hier erläuterte Anja Goller verschiedene Modelle der Kinder- und Familienkatechese, Martina Liebler stellte gemeinsam mit Harald Münch einen möglichen Angang an Jugendkatechese vor und Adrian Suter vermittelte Kenntnisse im Bereich der Erwachsenenbildung. Als Referentin für das Thema konnte die in Luzern lehrende Religionspädagogin Monika Jakobs gewonnen werden.

Eine wichtige Anregung gab zum Ende der Konferenz der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Æilerdžiæ. Er regte mit einem Vortrag zu vertieftem Nachdenken über den hohen Stellenwert der Tradition und die wichtige Aufgabe der liturgischen Mystagogie bei der Weitergabe des Glaubens an, wie sie in der Orthodoxie gelebt wird – eine Anfrage an einen einseitig theologisch-rationalen Zugang zu Glaubensfragen.

In einer Erklärung, die hier als pdf abgerufen werden kann, fasste die Konferenz ihre Ergebnisse knapp zusammen. Die auf der Konferenz gehaltenen Vorträge werden im Frühjahr 2017 in der Internationalen Kirchlichen Zeitschrift (IKZ) in gedruckter Form erscheinen.

Die Internationale Altkatholische Theologenkonferenz wird von den drei altkatholischen Ausbildungsstätten in Bonn, Bern und Utrecht und zwei Koordinatoren organisiert. Die nächste Tagung wird von Sonntag, 3. bis zum Donnerstag, 7. September 2017 in der Tagungs- und Begegnungsstätte Zinzendorfhaus in Neudietendorf bei Erfurt stattfinden.

Kontakt: Prof. Dr. Angela Berlis, E-Mail: angela.berlis@theol.unibe.ch; bei ihr kann auch die Ausgabe der IKZ mit den Vorträgen der Konferenz vorbestellt werden.

Erklärung zum downloaden

Fotos: Peter Feenstra

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