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Communiqué der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) anlässlich ihrer Sitzung 2016 in Köln/Deutschland

Vom 13. bis 17. Juni 2016 tagte die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz im Maternushaus Köln in Deutschland.

Zum ersten Mal konnten die Bischöfe in ihrer Mitte den neuen Bischof der österreichischen Kirche, Dr. Heinz Lederleitner, willkommen heißen.

Verabschieden mussten sie ihr langjähriges Mitglied Dusan Hejbal, den bisherigen Bischof der tschechischen Kirche, der im Juli diesen Jahres in den Ruhestand gehen wird.

Eine überaus positive Resonanz konnte zum Treffen der Präsidien der Kirchen der Utrechter Union Anfang März in Utrecht gezogen werden, an der bedingt durch Wahlen bei den jeweiligen Synoden viele neue Synodalräte teilnahmen. Ein nächstes Treffen wurde für 2019 avisiert.

Zu den allgemeinen Traktanden gehörten unter anderem die Rechnungslegung und die begonnene Einführung einer digitalen Archivierung der Dokumente. In diesem Zusammenhang stellte sich dringlich die Frage nach einer Verbesserung der Kommunikation. Das Arbeitspensum und die Tätigkeiten im Büro wie auch im Bereich Kommunikation haben jedoch mittlerweile einen Umfang angenommen, dass die vorhandenen Kräfte dies nicht mehr in vollem Umfang leisten können. Hier wird vordringlich nach einer Lösung gesucht werden müssen. Eine Erleichterung dürfte gegeben sein, wenn die digitale Archivierung erfolgt ist, was jedoch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. 

Thema war auch der nächste Internationale Alt-Katholiken-Kongress 2018 in Österreich. Die Bischöfe ließen sich über den Stand der Vorbereitungen informieren. Es gab zwischenzeitlich einige Irritationen, die jedoch beseitigt werden konnten. Die Bischofskonferenz bittet bei den Beratungen zu bedenken, dass möglichst viele Alt-Katholiken am Kongress teilnehmen können und dass auch der Jugendkongress wie geplant stattfinden kann. Sie dankt auch bereits jetzt den Jugendseelsorgern für ihr Engagement.

Schwerpunkt der Beratungen war die Auseinandersetzung mit dem Thema „Sakrament“. Prof. Dr. Jürgen Werbick aus Münster (Deutschland) und Dr. Adrian Suter aus Schönenwerd (Schweiz) referierten über die Themen „Sakrament und Sakramentalität“ sowie „Gottes Werk im Menschenwerk“ und zeigten darin nicht nur die Geschichte der Entwicklung der Sakramente auf, sondern insbesondere die Komplexität und Problematik im heutigen Verständnis der Sakramente sowohl in den verschiedenen Kirchen als auch im Bewusstsein der Menschen. Die langdauernde Diskussion sowohl mit den Referenten als auch später der Bischöfe untereinander machte bereits deutlich, dass die Frage nach Sakrament und Sakramentalität derart komplex ist, dass sie eines intensiven Nachdenkens und Gesprächs bedarf, um ein historisch gewachsenes Verständnis in der heutigen Zeit zu erinnern und neu für unsere Welt zu deuten. Dabei ist die Frage nach einer Sakramentalität gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zwar mit ein Anlass für die Auseinandersetzung mit diesem Thema, andererseits zeigte die Diskussion jedoch schon jetzt, dass beginnend bei der Taufe über die Firmung bis hin zur Ordination im Blick auf das Verstehen des Sakramentes zahlreiche Fragen beantwortet werden müssen. Die IBK hat daher beschlossen, Sakrament und Sakramentalität zum Schwerpunktthema der nächsten Beratungen zu machen.

Weiterhin wird sich die nächste Konferenz auch mit den Fragen und Riten rund um die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Kirchen der Utrechter Union befassen, in diesem Zusammenhang im Kontext des Schwerpunktthemas auch mit der Frage der Sakramentalität einer solchen Segnung.

Der Rezeptionsprozess des Dialogs zwischen den Altkatholischen Kirchen der Utrechter Union und der Mar Thoma Syrian Church ist in den verschiedenen Kirchen eingeleitet. In der Schweizer Kirche wird dazu in Zusammenarbeit mit dem Departement für Christkatholische Theologie der Universität Bern im Frühjahr 2017 eine Fachtagung stattfinden. Von Seiten der Mar Thoma Kirche sind ebenfalls noch einige Fragen offen, die möglicherweise am Rande dieser Fachtagung, zu der Vertreter der Mar Thoma Kirche eingeladen werden sollen, erörtert werden können.

In die Orthodox – Altkatholische Arbeitsgruppe wurde Pfarrer Oliver Kaiser (Hannover) berufen, der für das ausscheidende jahrelange Mitglied Urs von Arx nachrückt. Es wurden erste Überlegungen zu Themen für weitere Gespräche angestellt.

Erfreulich ist zu vermerken, dass Erzbischof Joris Vercammen direkt im Anschluss an die Konferenz nach Kreta zum panorthodoxen Konzil gereist ist, zu dem er eine persönliche Einladung erhalten hatte – ein Zeichen der Wertschätzung und der zwischenzeitlich entstandenen ökumenischen Verbindungen.

Die Bischöfe bitten in diesem Zusammenhang alle Gemeinden in den alt-katholischen Bistümern, in den Gottesdiensten für die dort Versammelten um Gottes Heiligen Geist zu beten.

Nach einem gemeinsamen Gespräch mit dem amtierenden Bischof Dusan Hejbal und Frau Lucie Kodisova als Vertreterin des Synodalrates der tschechischen Kirche und ausführlichen internen Beratungen wurde zudem der einstimmige Beschluss zur Weihe des neugewählten tschechischen Bischofs Dr. Pavel Benedikt Stránský gefasst. Der Weihetermin ist für den 1. April 2017 geplant.

Die nächste ordentliche Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz wird vom 14. bis 18. Juni 2017 voraussichtlich in Polen stattfinden.

 

Amersfoort/Bern Juni 2016

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