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Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) in Melk/Österreich 2012

Die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz tagte dieses Jahr im beeindruckenden Benediktinerstift Melk in Österreich. Im Anschluss an ihre Konferenz trafen sich die altkatholischen Bischöfe wieder mit den anglikanischen Bischöfen, die für das europäische Festland zuständig sind zum jährlichen Gedankenaustausch.

Die Amtsperiode des Anglican – Old Catholic International Co-ordinating Council (AOCICC) ist Ende 2011 abgelaufen. Er ist eine gemischte Arbeitsgruppe der Altkatholischen Kirchen und der Anglican Communion, die die Bischöfe beim Ausbau der Einheit der beiden Kirchengemeinschaften unterstützen soll. Die IBK hat sich für die Erteilung eines weiteren Mandats ausgesprochen. Primäre Aufgabe soll die Fortsetzung der Klärung der Art und der Bedeutung der Gemeinschaft miteinander sein. Weiter sollen die Kenntnisse über einander verbessert werden. Dabei sollen zuerst die Konsistenz ökumenischer Vereinbarungen und Dialoge der Kirchen der Anglican Communion und der Utrechter Union geprüft werden.

Die Orthodox-Altkatholische Gesprächsgruppe wird sich in ihrer weiteren Arbeit mit sozialen und gesellschaftlich Fragen in Europa aus der Sicht altkatholischer und orthodoxer Theologie beschäftigen. Dazu wird eine Konferenz für Theologen und Theologinnen im Frühling 2013 geplant.

Ein Abschlusstext der Kommission für den Dialog mit der Kirche von Schweden wurde für den Herbst in Aussicht gestellt. Innerkirchliche Gremien können sich dann mit dem Text auseinandersetzen.

Im Dialog mit der Kirche der Mariawiten sind noch immer nicht alle Fragen gelöst. Die IBK hat beschlossen, dass die Gespräche weitergeführt werden. Gleichzeitig hat sie aber betont, dass die Mariawiten intern an den Bedingungen für eine Aufnahme in die Utrechter Union arbeiten müssen.

Die Gespräche mit der Mar Thoma Kirche werden während der kommenden zwei Jahre als Prädialog weitergeführt. Primäre Themen werden vor allem die Christologie, das Verständnis der Ämter, die unterschiedlichen Ansichten in ethischen Fragen, das Verhältnis von Schrift und Tradition, und das Verständnis der Verbindlichkeit der ökumenischen Konzilien der Alten Kirche sein.

Ende 2012 soll eine nächste Runde im internationalen Dialog mit der Römisch-katholischen Kirche beginnen. Dabei sollen jene Themen vertieft werden, die in der ersten Phase noch nicht ausführlich behandelt worden sind.

Weiter wurde auch über den Stand der Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Internationalen Altkatholikenkongress, der 2014 in den Niederlanden stattfinden wird, informiert. Integriert in den Kongress soll auch die Feier zum 125jährigen Bestehen der Utrechter Union stattfinden. Im kommenden Herbst soll eine Zwischenkonsultation zum vorgesehenen Thema durchgeführt werden. Neben dem Kongress soll auch ein Programm für die Jugend angeboten werden. Über die weiteren Fortschritte der Vorbereitungen wird später informiert.

Im Schwerpunktthema behandelte die IBK Fragen um den Ständigen Diakonat. Es ging vor allem um die Frage, welche Aufgaben Ständige Diakoninnen und Diakone angesichts unseres Amts- und Sakramentsverständnisses übernehmen können und dürfen und wem sie zugeordnet werden. Dabei kam klar zum Ausdruck, dass Ständige Diakone und Ständige Diakoninnen dem Bischof zuzuordnen sind und nicht einem Priester. Schwierig machte das Thema unter anderem die Feststellung, dass Ständige Diakoninnen und Ständige Diakone nicht in allen altkatholischen Kirchen gleich verwurzelt sind, und dass es auch bei den Aufgaben und Ausbildungen grosse Unterschiede gibt. Dadurch zeigte sich, dass hier noch interne Arbeit nötig ist, soweit es theologische Fragen betrifft.

Weitere Beschlüsse wurden zu den Finanzen und zum Wechsel von Pfarrern innerhalb der verschiedenen altkatholischen Kirchen gefasst.

Die nächste Sitzung der IBK findet Im März 2013 in Deutschland statt.

 

Bern/Amersfoort, Juli 2012                                                                                    Maja Weyermann

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