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CWC Treffen 2011 in den USA. Bericht von Bischof Dr. Harald Rein

Jedes Jahr treffen sich die Sekretäre / Generalsekretäre der wichtigsten konfessionellen Weltbünde / Kirchenfamilien (z.B.  Baptistischer, lutherischer, mennonitischer, methodistischer Weltbund und anglikanische, orthodoxe Kirchengemeinschaft) und ökumenischer Weltorganisationen (z.B. Weltkirchenrat in Genf, Einheitssekretariat der römisch-katholischen Kirche und Globales Christliches Forum) zu einem einwöchigen Informations- und Gedankenaustausch. Das Treffen 2011 fand im Oktober in Silver Spring / USA im Hauptquartier der Siebenten-Tags-Adventisten statt, der im Moment am stärksten wachsenden Freikirche. Die altkatholischen Kirchen der Utrechter Union sind seit 2009 durch mich als Sekretär der IBK im CWC vertreten.

Die Abkürzung CWC bedeutet „Christian World Communion. Conference of Secretaries“. Diese seit etwa 20 Jahre tagende Konferenz ist bewusst von ihrer Entstehung her nicht offiziell institutionalisiert, fasst keine Beschlüsse oder Resolutionen, gibt keine Pressemitteilungen heraus usw., sondern dient primär der freundschaftlichen Kontaktpflege und dem Austausch auf Spitzenebene. Hinzu kommt jedes Mal ein im Voraus vereinbartes Schwerpunktthema, dass alle aktuell bewegt. Dieses Mal ging es um das Thema Reisefreiheit im Zeitalter der Globalisierung. Alle Kirchen müssen die Erfahrung machen, dass sie bei internationalen Treffen in den USA und in der EU nicht mehr alle Delegierten zusammen bekommen, da Delegierten aus Afrika, Asien und Südamerika, die unter 30, ledig und männlich sind, mit dem Pauschalverdacht „Migrant“ das Visum bzw. die Einreise verweigert wird.  Hierüber fand ein Gedankenaustausch mit Vertretern der us-amerikanischen Regierung statt.  Ferner wurde der im Grossraum Washington beheimatete Sitz der römisch-katholischen Bischofskonferenz der USA  (145 Diözesen) besucht und das Hauptquartier des Weltbundes der Baptisten. Das nächste Treffen 2012 findet im Libanon statt und wird als Schwerpunktthema den muslimisch – christlichen Dialog haben, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der „Missionierung“ und der Freiheit, seine Religionszugehörigkeit selbst bestimmen zu können.

 

Besuch der anglikanischen Episkopalkirche von West Virginia

Bei meiner Bischofsweihe 2009 in Zürich lud mich Bischof Michie Klusmeyer von der Episkopalkirche in West Virginia in den USA zu einem Besuch ein. Das konnte ich nun idealerweise mit dem CWC Treffen kombinieren und besuchte vorher diese Schwesterkirche.

Zur Vorgeschichte muss man wissen, dass die anglikanischen und altkatholischen Gremien wegen der bestehenden Kirchengemeinschaft (Communion) Beobachter der jeweils anderen Kirche als ständige Gäste einladen. Und so ist M. Klusmeyer neben dem englischen Bischof J. Gledhill ständiger Gast in der altkatholischen Bischofskonferenz.

Warum die amerikanische Episkopalkirche M. Klusmeyer entsandte, wurde mir in West Virginia klar. Der Bundesstaat West Virginia ist etwas grösser als die Schweiz, gleicht landschaftlich dem Schweizer Jura, hat 1 Million Einwohner und etwa 10‘000 Anglikaner in 30 Kirchgemeinden. So hat er Verständnis für unsere Diasporasituation. Die meisten anglikanischen Diözesen in den USA haben bei weitem mehr Mitglieder und finanzielle Mittel. Ich fühlte mich beim Besuch verschiedener Kirchgemeinden wie zu Hause. Ich danke Bischof M. Klusmeyer, seiner Gattin und seinem Team im Bischofssitz für die eindrückliche Gastfreundschaft.

+ Harald Rein

 

Bildlegende: Bischof Rein am Bücher- und Missionsstand der Episkopalkirche anlässlich des ‚Bridge-Day‘ in West Virginia. (grösster Gleitschirmanlass der Welt)

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