UTRECHTER UNION DER ALTKATHOLISCHEN KIRCHEN
UNION OF UTRECHT OF THE OLD CATHOLIC CHURCHES


Archiv

C O M M U N I Q U ÉS 
Internationale Altkatholische Bischofskonferenz der Utrechter Union
International Old Catholic Bishops' Conference of the Union of Utrecht
Präsident: Der Erzbischof von Utrecht
President: The Archbishop of Utrecht


Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) in Hejnice/CZ vom 24. bis 28. Februar 2008 

Ein grosser Teil der diesjährigen Beratungen befasste sich mit der Ökumene und den bilateralen Beziehungen zu anderen Kirchen.

Am Anfang der Konferenz überbrachte Erzbischof Vercammen Grüsse vom schwer kranken Bischof von Haarlem, Bert Wirix. Die Bischofskonferenz gedachte seiner im Gebet und schickte einen Blumengruss an den Mitbruder. Bischof Wirix verstarb einen Tag nach dem Abschluss der Konferenz in seinem Heim in Haarlem. 

Es wurden ebenfalls verschiedene Verantwortlichkeiten der Bischöfe neu geregelt. Bischof Müller (CH) übernimmt rückwirkend auf den 1. Januar die Betreuung der Altkatholischen Gemeinden in Italien. Er ist auch verantwortlich für die Gemeinden in Frankreich und den Kontakt zu den altkatholischen Hilfswerken.
Bischof Vobbe (D) übernimmt ebenfalls rückwirkend auf den 1. Januar den Kontakt zur Anglikanischen Kirchengemeinschaft. 
Bischof Heitz bleibt trotz seiner Emeritierung für weitere zwei Jahre Delegat der Bischofskonferenz für Kroatien und Bosnien.
Die Betreuung der Gemeinden in Skandinavien ist gegenwärtig noch nicht geregelt.

Intensiv wurde an der Erstellung eines ökumenischen Direktoriums gearbeitet. Es soll zum Ziel haben, Leitlinien für den Dialog mit anderen Kirchen aufzustellen. In welchen theologischen Fragen gibt es einen Spielraum, welche Standpunkte sind unaufgebbar? Dabei wurde deutlich, dass das altkatholische Amtsverständnis und die Ekklesiologie keine verhandelbaren Grössen sind.

Die Idee eines Forums von Bischöfen synodal-katholischer Kirche soll weiter verfolgt werden. An der Lambethkonferenz soll ein erstes Treffen mit Vertretern der interessierten Kirchen stattfinden, um die Gedanken weiter zu entwickeln. Weiter soll auch eine internationale Konferenz ins Auge gefasst werden, die sich mit synodal-katholischen Kirchenstrukturen befassen soll. Die interessante Initiative wird auch von der Abteilung Faith and Order des WCC mit Aufmerksamkeit verfolgt. 

Die römisch-katholisch – altkatholische Dialogkommission arbeitet an einem umfangreichen Schlusspapier. Die Arbeit ist aber noch nicht abgeschlossen.

Mit den polnischen Mariaviten, die eine Wiederaufnahme in die Utrechter Union anstreben, wurden erste Gespräche geführt. Es gibt aber noch einige theologische und strukturelle Fragen zu diskutieren. Die Bischofskonferenz brachte unter anderem klar zum Ausdruck, dass das Ziel in einem Zusammenwachsen der Mariaviten und der Polnisch Katholischen Kirche, die ja Mitglied der Utrechter Union ist, bestehen muss. Eine Abweichung vom ekklesiologischen Prinzip einer einzigen altkatholischen Kirche im gleichen Territorium kann nicht akzeptiert werden. Im jetzigen Zeitpunkt wird aber nicht eine kurzfristige Fusion der beiden Kirchen angestrebt, sondern eine gemeinsame Zukunft vorbereitet. Die Gespräche werden unter dieser Voraussetzung weitergeführt.

Im Dialog mit der Kirche von Schweden wird das Porvoo-Dokument als Grundlage für die weiteren Gespräche verwendet. Dem hat die Bischofskonferenz zugestimmt. Zugleich hat Sie Bischof Okoro (A) das Co-Präsidium der Kommission übertragen. Er übernimmt diese Aufgabe von Bischof Wirix (NL).

Seit 2005 hat die Bischofskonferenz zusammen mit der Episcopal Church versucht, Gruppierungen in den USA, die sich selbst altkatholische nennen und die als ernsthafte Bewegungen zu betrachten sind dazu zu bewegen, untereinander zusammenzuarbeiten. Der Versuch muss in der Zwischenzeit als gescheitert betrachtet werden, da sich Zusammenschlüsse immer wieder auflösen und neue gebildet werden. Die Bischofskonferenz hat deshalb beschlossen, sich ganz aus dieser Szene zurückzuziehen und Anfragen von sogenannt altkatholischen Bewegungen aus Nordamerika um eine Mitgliedschaft in der UU an die Episcopal Church zu verweisen. 

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Europäischen Versammlung in Sibiu lagen verschiedene Berichte vor. Diese und die Resultate wurden von der Bischofskonferenz ausführlich diskutiert. Dabei wurde vor allem auch eine grosse Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. Aus der intensiven Vorarbeit wurde an der Versammlung wenig aufgenommen und für die Mitarbeit der Teilnehmer blieb zu wenig Zeit. Es wurde die Frage nach dem Sinn solcher Veranstaltungen gefragt. Die Bischofskonferenz gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Empfehlungen wenigstens in verschiedenen anderen Foren und in den Kirchen prioritär behandelt werden.

Die nächste Sitzung der Bischofskonferenz wird im Februar 2009 stattfinden.
Amersfoort und Bern, März 2008

Lic. Theol. Maja Weyermann
Internationale Altkatholische
Bischofskonferenz der Utrechter Union


Pressemitteilung

Die Internationale Römisch-katholische/Altkatholische Dialogkommission (IRAD) ist vom 14. bis 17. Oktober 2007 in Würzburg zu ihrer 8. Sitzung zusammengetreten. Dort setzte sie ihre Arbeit an einem Konsenspapier zum Kirchenverständnis fort. Schwerpunkte waren dabei unter anderem die Frage nach personaler, kollegialer und gemeinschaftlicher Verantwortung für die Einheit der Kirche und ihr Bleiben in der Wahrheit, der Primat des Papstes und die Communio-Struktur der Kirche. Bestehende Übereinstimmungen sowie offene Fragen und Differenzen wurden im Hinblick auf die Möglichkeit eines differenzierten Konsenses weiter erörtert. Zudem untersuchte die Kommission kirchenrechtliche Grundlagen für die Möglichkeiten einer gestuften Kirchengemeinschaft. Für die weiteren Beratungen sollen die Ergebnisse der bisherigen Konsenspapiere zwischen der römisch-katholischen und der alt-katholischen Kirche gesichtet werden.
Die IRAD wurde im Jahre 2003 von der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen eingesetzt, um den früheren Dialog, der in einzelnen Ländern geführt worden war, auf der internationalen Ebene fortzusetzen.Die Mitglieder sind auf altkatholischer Seite: Bischof Fritz-René Müller, Bern, als Co-Präsident, Prof. Dr. Urs von Arx, Bern, Prof. Dr. Günter Esser, Bonn, Prof. em. Dr. Jan Visser, Zeist/Niederlande, Prof. Dr. Angela Berlis, Arnhem/Niederlande, und Pfr. Martin Eisenbraun, Salzburg;Auf römisch-katholischer Seite nehmen teil: Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele, Würzburg, als Co-Präsident, Weihbischof Johannes Gerardus Maria van Burgsteden, Haarlem/Niederlande, Domkapitular Prälat Hubert Bour, Rottenburg/Deutschland, Prof. Dr. Heinrich J. F. Reinhardt, Bochum, Prof. Dr. Hans Jörg Urban, Paderborn, und Msgr. Dr. Matthias Türk, Rom.
Die Beratungen werden in der ersten Jahreshälfte 2008 fortgesetzt.

Würzburg-Rom, November 2007
Msgr. Matthias Türk
Päpstlicher Rat zur Förderung
der Einheit der Christen 

Lic. Theol. Maja Weyermann
Internationale Altkatholische
Bischofskonferenz der Utrechter Union


Communiqué der Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) in Wislikofen /CH vom 4. bis 8. Februar 2007 

Auch an der diesjährigen Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz der Utrechter Union (IBK) machten die ökumenischen Ziele und die Beziehungen zu anderen Kirchen einen wichtigen Teil der viertägigen Beratungen aus. Aufgrund verschiedener Entwicklungen sieht sich die Utrechter Union herausgefordert, ihre ökumenische Rolle zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Die Bischofskonferenz hat einen Theologen damit beauftragt, eine Gesamtvision zu formulieren, welche die grundsätzlichen Orientierungspunkte in konkrete Richtlinien fassen soll. Der von der IBK diskutierte Entwurf warf dabei folgende Fragen auf:
- Wie kann die ökumenische Berufung im Licht der altkatholischen Geschichte und im Hinblick auf die heutige kirchliche Situation gesehen werden?
- Wo sollen angesichts der beschränkten Möglichkeiten die Schwerpunkte gesetzt werden?
- Was betrachten wir als unsere wichtigste ökumenische Aufgabe?
Die Bischofskonferenz will sich mit diesen Fragen an der nächsten Sitzung ausführlich befassen.

Von der im letzten Jahr von der IBK unter Bedingungen in die Utrechter Union aufgenommenen Old Catholic Church of British Columbia waren Bischof LaPlante und ein Berater anwesend. Der Bericht über die Tätigkeit, die gelebte Frömmigkeit und die nachfolgende Diskussion über die theologischen Grundlagen dieser Kirche warfen grosse Zweifel auf, ob ein gemeinsamer Weg tatsächlich möglich sei. Nach intensiven internen Gesprächen kam die Bischofskonferenz zum Schluss, dass sie ihre Entscheidung zur probeweisen Aufnahme der Old Catholic Church of British Columbia vom letzten Jahr revidieren muss. Sie gestand gegenüber Bischof LaPlante ein, einen Fehler in der Einschätzung einer möglichen gemeinsamen altkatholischen Identität gemacht zu haben und erklärte ihm, dass der Weg zur Einbeziehung seiner Kirche in eine grössere Gemeinschaft nicht über die Utrechter Union führen könne. Erzbischof Vercammen will sich nun dafür einsetzen, dass die Old Catholic Church of British Columbia vielleicht in der Anglikanischen Kirche vor Ort eine kirchliche Heimat finden kann.
Aufgrund der gemachten Erfahrung zog die Bischofskonferenz auch den Schluss, dass die von ihr ausgearbeiteten Richtlinien zur Aufnahme von Kirchen in die Utrechter Union überarbeitet werden müssen.

Bischof Klusmeyer, Beauftragter der ECUSA für die Beziehung mit der Utrechter Union, berichtete über die Situation der Episcopal Church in Amerika die sich noch immer in einer internen und externen Zerreissprobe befindet. Sie hat zunehmend Probleme mit afrikanischen anglikanischen Kirchen, die in den USA parallele Kirchenstrukturen errichten und damit die diözesanen Grenzen verletzen. Die Bischofskonferenz hofft, dass eine Spaltung in der Anglican Communion vermieden werden kann. Eine solche Spaltung würde sich auch auf andere Kirchen negativ auswirken, weil sie die Glaubwürdigkeit des synodal-episkopalen Systems untergräbt.

Aufgrund verschiedener Gespräche entstand die Idee zu versuchen, eine Communio von unabhängigen synodal-episkopal verfassten Kirchen zu schaffen. Für den Anfang hat die Bischofskonferenz bei der Philippine Independent Church und bei der südindischen Mar Thoma Kirche vorgefühlt, ob sie sich für diese Idee erwärmen könnten. Im Falle von positiven Rückmeldungen wird eine gemeinsame Konsultation für den Herbst 2007 vorgesehen.
In der Kommission ‚Katholizität und Globalisierung’ befassen sich Theologen der Altkatholischen Kirche, der Philippine Independent Church und der ECUSA mit der Frage, was bedeutet Katholizität in einer globalisierten Welt?’ Während einer Woche erarbeitete die Kommission ein Statement, dessen Text unter www.utrechter-union-org.. abrufbar ist. Die Arbeit der Kommission ist auf drei Jahre angelegt.

Der internationale Dialog mit der römisch-katholischen Kirche macht weiterhin Fortschritte und die Arbeit an einem Konsenspapier geht zügig voran.
Die Arbeit der altkatholisch-orthodoxen Gesprächsgruppe ist dagegen etwas ins Stocken geraten. Sie soll durch einen neuen Input der beiden Schirmherren in nächster Zukunft wieder in Gang gebracht werden.
Der Dialog mit der Kirche von Schweden bewegt sich noch zu sehr an der Oberfläche. Die Kommission wird beauftragt, die wichtigen theologischen Fragen zur Ekklesiologie und zum Amtsverständnis anzugehen.

Im Schwerpunktthema hat sich die Bischofskonferenz mit der Spiritualität befasst. Im Mittelpunkt stand ein Erfahrungsaustausch im Hinblick auf die Entwicklungen der letzten Jahre und die Suche nach den wichtigen Ansätzen einer möglichen altkatholischen Spiritualität.

Die nächste Sitzung der Bischofskonferenz wird vom24. bis 29. Februar 2008 in Tschechien stattfinden.
Amersfoort und Bern, 18. Februar 2007

 Maja Weyermann
                                 Informationsbeauftragte der
Internationalen Altkatholischen
Bischofskonferenz

Katholizität und Globalisierung